Vorstellung eines neuen Konzepts zur Nahwärmeversorgung in Schleching

Erstellt von Sybilla Wunderlich (wun) (gekürzte Fassung) |

Eine Anbindung kommunaler Gebäude ist möglich

Schleching – In einer nicht öffentlichen Sitzung im Dezember wurde der Gemeinderat über die Absicht der Scheck GbR informiert, eine zentrale Heizstation für seine Gebäude zu erstellen. Es besteht die Möglichkeit, dass die benachbarten  kommunalen Gebäude ebenfalls an diese Station für die Nahwärmeversorgung angeschlossen werden.

 

Seit etwa 18 Jahren werden die Schule, der Kindergarten, das Rathaus und das Bürgerhaus über eine zentrale Heizung (Pellets und Heizöl als Redundanz) versorgt, die sich im Keller des Schulgebäudes befindet. Nachdem nun an diesem Pelletkessel (Baujahr 2003) durch schlechten Zustand eine größere Sanierung ansteht und auch beim Brandschutz eine gesonderte Prüfung stattfinden müsste, wurden im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung Überlegungen zum Anschluss der Gemeindeobjekte an eine externe Heizversorgung auf Hackschnitzelbasis angestellt.

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Ökomodell Achental e.V., zeigte in seinem Vortrag hierzu drei mögliche Varianten zu dieser Situation mit einer Kostengegenüberstellung:

Variante I „Anschluss an den neuen externen Versorger“, Variante II „Neubau eines Heizkessels“, Variante III „es bleibt wie es ist“.

Die Vorteile –auch auf monetärer Seite- lagen nach Wimmers Darstellung klar bei der Variante I. Hier würden   der anstehende Um- oder Neubau der Heiz(kessel)anlage entfallen, ebenso die Prüfung des Brandschutzes aufgrund der externen Heizquelle, auch  wäre kein Personaleinsatz zur Kesselbetreuung nötig sowie kein Brennstoffeinkauf. Der frei werdende Raum im Keller der Schule stünde als Lagerraum  zur Verfügung. Die Ersparnis für die Gemeinde errechnete Wimmer mit 20,75 Prozent, das heißt in Zahlen 6.430 Euro pro Jahr (bei 12 Jahren Laufzeit). Als einziger Minuspunkt bei dieser Variante wurde aufgeführt, dass die Wärmeversorgung damit in externe Hände gelegt wird, was aber entkräftet wird, durch das Angebot eines verlässlichen und örtlichen bekannten Versorgers.

Bei der Variante II überwogen die Minuspunkte, wie der hohe Kostenaufwand für den Umbau- oder Neubau des Kessels (über 80.000 Euro), das Problem des Brandschutzes und damit die Möglichkeit, dass der Heizraum so nicht mehr genutzt werden könnte. Als Vorteile wurden die eigene Wärmebereitstellung und die Ungebundenheit an einen Liefervertrag genannt.

Variante III bot sich nicht als prospektive Möglichkeit; denn bei dem jetzigen kritischen Kesselzustand wäre ein Ausfall jederzeit möglich und es müsste dann auf den Solo-Betrieb des Ölbrenners mit größerem Kostenaufwand umgestellt werden. Wobei Bürgermeister Josef Loferer für diesen Fall darauf hinwies, dass es für eine Öko-Gemeinde und als Bergsteigerdorf inakzeptabel sei,  auf nicht nachhaltige Energie –wie Öl- zurückzugreifen. Als einziger „Vorteil“ bei dieser Variante wurde genannt, dass vorerst keine Investitionskosten und Bauaufwand für die Gemeinde entstehen.

 

Wolfgang Wimmer wies am Ende seines Vortrages darauf hin, dass eine baldige Entscheidung zu den Varianten getroffen werden muss, da der Anbieter der externen Heizversorgung dieses Angebot nicht lange offen halten kann und die oben aufgeführten prekären Punkte (desolater Heizkessel und Brandschutz) gelöst werden sollten. Andi Hell bekräftigte, dass es gerade beim Thema „Brandschutz“ schwierig werden könnte.