Fernwärme für Marquartstein?

Studie zeigt positive Ergebnisse

Eine von der Gemeinde beauftragte Studie sollte die Realisierungsmöglichkeit und Wirtschaftlichkeit einer umweltschonenden und energieeffizienten Fernwärmeversorgung mit Biomasse prüfen. Anlass für die Überlegungen waren die bevorstehenden Entwicklungen im Ortszentrum und die anstehenden Erneuerungen von Heizungen einiger großer Gebäude wie beispielsweise der Achental Realschule.

Die Firma Aquotec hat mit Unterstützung durch das Ökomodell Achental und einer Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung die Situation in Marquartstein analysiert und jüngst erste Ergebnisse dem Gemeinderat vor- gestellt.

Schon bei der im Rahmen der Studie durchgeführten Kundenbefragung konnten die Verantwortlichen ein hohes Interesse der Befragten feststellen. Im 1. Bauabschnitt könne durch ein Biomasse-Heizkraftwerk für 55 potentielle Kunden eine Energiemenge von 3.8 MWh geliefert werden. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ergab eine voraussichtliche gute Wirtschaftlichkeit. Auch bei weniger als der geplanten Kunden sind die Planer von der Wirtschaftlichkeit dieses Standorts überzeugt.

Die Vorteile sind vielfältig: Für einen Luftkurort ist Biomasse ein guter Beitrag zur örtlichen Luftreinhaltung. Durch die streng kontrollierte Verbrennung in einem Biomasse-Heizkraftwerk entstehen deutlich weniger Schadstoffe als durch viele Einzelheizungen. Als Erfolgsgeschichte wird das Bioheizkraftwerk in Reit im Winkl bezeichnet, dass 500 private und gewerbliche Gebäude durch die zentrale Hackschnitzelverfeuerung im Heizkraftwerk mit sauberer Heizungswärme und Warmwasserbereitung versorgt. Eine Deckung von 90% des Wärmebedarfs wird dort inzwischen mit sauberer Fernwärme gedeckt.

Der Studie zufolge können bereits im ersten Bauabschnitt über 400.000 Liter Heizöl und 840 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Öl würde nur noch als Ausfallreserve und zur Spitzenlastabdeckung verwendet werden.

Für Privathaushalte bedeutet die Fernwärmeversorgung, dass weder eine Brennstofflagerung noch eine offene Flamme im Haus mehr erforderlich ist. Stattdessen wird ein Wärmeaustauscher installiert. Berechnet werden dem Kunden nur die Verbrauchskosten.

Ein interessanter Aspekt ist auch die mit dem Einsatz heimischer Biomasse als Brennstoff - Hackschnitzel - entstehende Unabhängigkeit von Erdöl- und Erdgas fördernden Ländern und die damit verbundenen Preisschwankungen, die insbesondere beim Heizöl erheblich ausfallen können. (siehe Grafik Anhang)

Sobald Vorverträge in ausreichendem Umfang vorliegen, könne It. Planungsfirma mit der Projektumsetzung begonnen werden. Ein Standort für ein Biomasse-Heizkraftwerk-Gebäude liege nach Aussagen der Planer am nördlichen Ortseingang entweder westlich oder auch östlich der Tiroler Ache. Am Sportplatz stünde der Gemeinde bereits ein geeignetes Grundstück zur Verfügung.  Die Projektentwicklung ist fortlaufend.