Biomassehof Achental ist weiter im Aufwind

Bau einer weiteren Holzvergaseranlage hat begonnen.

Grassau / Achental – In der Gesellschafterversammlung konnte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer, den zahlreich anwesenden Teilnehmern einen erfreulichen Rechenschaftsbericht vorstellen. Der Versammlung wurden aktuelle Geschäftszahlen aus dem Brennstoffhandel mit Energieholz und der Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen, für das zurückliegende Jahr 2018 erläutert. Des Weiteren gab es auch Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten des Biomassehofes für die Regionalentwicklung und den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger.

2018 stieg der Unternehmensumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent. Laut Wimmer ist dies beachtlich, denn das außergewöhnlich warme und trockene Jahr, wie 2018 eines war, bereitet nicht den Rahmen für einen vermehrten Brennstoffeinsatz. Die Nachfrage nach der umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Energie aus Holzbrennstoffen in Form von Holzpellets und Hackschnitzel sei konstant vorhanden, betont der Geschäftsführer. Besonders wertgeschätzt von den Kunden wird der regionale Bezug und die besondere Qualität der Produkte, so Wimmer. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Zunahme von neuen Heizungsanlagen zur Energieholznutzung und freute sich, dass die Bundes- und Landesfördermittel zum Einbau oder Austausch erhöht wurden. Die meisten Anlagen davon werden nach wie vor in Bayern installiert.

Pellets: Steigerung ist weiterhin möglich

Auch bei der Pelletproduktion liegt der Freistaat ebenfalls mit einer Jahresmenge von rund 750.000 Tonnen und damit etwa einem Drittel der in Deutschland erzeugten Pellets vorne. Laut Wimmer kann diese Menge durchaus noch gesteigert werden, „ die in den Sägewerken anfallenden Späne und Hackschnitzel sind die Basis für die Pelletproduktion. Ihre Verfügbarkeit ist so hoch, dass die Anzahl der Pelletfeuerungen weiter ausgebaut werden kann“, so Wimmer weiter. Durch den hohen Anfall von Schad- und Resthölzern, dem daraus resultierenden niedrigen Preis und ihrer hohen Klimarelevanz kann der Anteil von Holzenergie am Wärmemarkt bis zum Jahr 2030 deutlich erhöht werden. Derzeit werden die Schadholzmengen vom vergangenen Winter aufgearbeitet und ein großer Teil davon ist nur mehr für eine energetische Nutzung geeignet. Dies setzt jedoch eine entsprechende Anzahl von Anlagen voraus, um das Gleichgewicht im Energieholzmarkt zu gewährleisten und für eine Preisstabilität zu sorgen.
 

Bau einer weiteren Holzvergaseranlage hat begonnen 

Nachdem der Biomassehof Achental bereits drei Anlagen zur Erzeugung von umweltfreundlichen Strom und Wärme am Standort in Grassau betreibt, wurde nun mit dem Bau einer weiteren Anlage begonnen. Diese ist mit einer Investitionssumme von rund einer Million Euro die größte Maßnahme für das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr. Die baugleichen Holzvergasermodule der Burkhardt GmbH aus Mühlhausen versorgen dabei die eingebauten Blockheizkraftwerke mit dem nachwachsenden Rohstoff. Nach Fertigstellung der im Bau befindlichen Anlage werden jährlich rund 4.000 Tonnen Holzpellets insgesamt verbraucht. Mit dem daraus produzieren Strom können 2.000 Haushalte und mit der erzeugten Wärme etwa 500 Haushalte versorgt werden. Letztere kann in das Fernwärmenetz der Wärmeversorgung in Grassau eingespeist und somit den bestehenden Wärmekunden des Kommunalunternehmens zur Verfügung gestellt werden. Durch diese Investition könne zukünftig die Sommerlast im Fernwärmenetz komplett mittels der Wärmeauskoppelung aus den Holzvergasern abgedeckt werden.

Beiratsmitglieder wurden gewählt

Die turnusgemäße Neuwahl der Mitglieder des Beirates erfolgte unter der Leitung von Steuerberater Ferdinand Thalhammer. Hierfür stellten sich Wolfgang Bachmann, Dr. Christian Epp, Hans Höglauer, Stefan Schneider und Andreas Schmid für die nächsten drei Jahre zur Verfügung.

Zuversichtlicher Blick auf das kommende Jahr

Für die Arbeit des Biomassehofs, zusammen mit dem Ökomodell Achental e. V., stehen in naher Zukunft wieder zahlreiche neue und spannende Themen an.

So sollen weitere Maßnahmen aus dem gemeinsam erstellten Energiekonzept in die Umsetzung gehen und Beratungsleistungen zur Energieeinsparung ausgeweitet werden. Abschließend informiert  der Geschäftsführer die Versammlung über den Stand zur beabsichtigten Erweiterung des Verwaltungsbereiches und der sich daraus ergebenden Perspektiven für das Unternehmen.

 

Auf dem Bild von links:

Besichtigen Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer Biomassehof Achental und der Beiratsvorsitzende Hans Höglauer die Baustelle für die Errichtung einer weiteren Holzvergaseranlage.