Biomassehof Achental
 
 

Biomassehof Achental
GmbH & Co. KG
Eichelreuth 20
83224 Grassau
Tel.: 08641 – 694143-0
Fax: 08641 – 694143-29
info@biomassehof-achental.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 07.00 – 16.00 Uhr
Sa: 09.00 – 12.00 Uhr (von Oktober bis April)

Mach's mit Pellets

Sonnenkreis Traunstein

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Das EU Projekt BioRegions beschäftigt sich mit der Entwicklung von Bioenergie Regionen in ganz Europa. Das Achental wirkt dort als sogenanntes Best Practice Region mit, also als Region von der sich andere etwas abschauen können.

Positive Jahresbilanz des Biomassehofs

Positive Jahresbilanz des Biomassehofs

10.08.2011 14:45

Aus der Gesellschafterversammlung des Biomassehofs

Geschäftsführer Wolfgang Wimmer konnte den Gesellschaftern des Biomassehofs im Konferenzraum der Anlage einen sehr erfreulichen Rechenschaftsbericht unterbreiten, der deutlich zeigte, dass sich der Biomassehof nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als Informationszentrum in Sachen Energie etabliert hat.

Er begann seinen Bericht mit der Durchführung der Bioenergietage im vergangenen Herbst und der Eröffnung der Fernwärmeversorgungsanlage in Grassau. Nachdem auch das Wetter mitspielte riss an beiden Tagen der Besucherstrom nicht ab. Positiv sah Wimmer auch die Umsatzsteigerung von über 40 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, dies sei vor allem auf die starke Zunahme der Nachfrage an Holzpellets begründet. Wimmer informierte die Versammlung über Erfahrungen beim Einsatz des neuen Veredelungsverfahrens der Pellets „pelprotec“. Durch die Anwendung des patentierten Verfahrens habe der Kunde viel weniger Staub im Lagerbehälter und beim Einblasen der Pellets in den Lagerraum bleiben diese kompakter und verbrennen noch effektiver. Die Veredelung der Pellets ist seit knapp zwei Jahren im Einsatz und ist zwischenzeitlich ein gutes Verkaufsargument. Erhöht werden musste auch die Menge an Holzhackgut, da nun das erste komplette Betriebsjahr zur Versorgung des Heizwerkes der Wärmeversorgung Grassau vorüber ist. Mittlerweile werden rund 200 Gebäude mit etwa 500 Wohneinheiten und 20 Gewerbebetrieben, durch das Fernwärmenetz der Wärmeversorgung Grassau beheizt. Hierfür habe sich auch die Einlagerung von Hackgut bestens bewährt, zumal zwar keine harten, dafür aber lange Winter hinter einem liegen, so Wimmer. Er sprach weiterhin von einer Bereinigung unter den Energieholzlieferanten am Markt.

Beunruhigt habe etwas der Verkauf der Firma Blieninger mit der dazugehörigen Marke FireStixx vor wenigen Wochen. Diese fungiert als Zulieferbetrieb des Biomassehofs. Die Firma wurde komplett an den größten deutschen Pelletsproduzenten „German Pellets“ verkauft. Wie aber die neue Geschäftsführung bei einem persönlichen Gespräch betonte, werde an der Marke FireStixx nicht gerüttelt und sie soll weiterhin als Premiummarke ausgebaut werden.

Auf Grund der allgemeinen Diskussion werde es immer wichtiger Biomasseressourcen zu sichern. Folglich wurde in Übersee eine 3,6 Hektar große Kurzumtriebsplantage durch einen Landwirt angelegt und unter Vertrag genommen. Nun sollte, so Wimmer, nach weiteren Flächen für den Anbau von schnell wachsendem Energieholz Ausschau gehalten werden. Hierfür eignen sich besonders kommunale Grundstücke oder auch Randflächen, welche für die landwirtschaftliche Nutzung keine große Bedeutung haben. Als Pflanzgut zur Anlage einer Plantage kann Chinaschilf (Miskantus), Rubinen oder Pappeln zum Einsatz kommen. In Übersee habe man sich für Pappeln entschieden. Seit April seien die Stecklinge einen halben Meter gewachsen und in vier Jahren kann bereits mit der ersten Ernte gerechnet werden. Die Anlage einer Plantage, so der Geschäftsführer, würde sich auch für Nebenerwerbslandwirte rentieren.


Materialbevorratung wird immer wichtiger

Um die besten Preise auf dem Markt erzielen zu können, sei eine ausreichende Lagerhaltung von Vorteil. Auf dem 13.000 Quadratmeter großen Areal des Biomassehofs und der Wärmeversorgung Grassau seien die Kapazitäten hierfür begrenzt. Laut Wimmer, werde nun nach weiteren günstigen Lagerflächen zur Zwischenlagerung gesucht.
Auch werde er nicht müde auf die Lieferproblematik im Zusammenhang mit den Bayrischen Staatsforsten hinzuweisen. Diese haben große Energieholzlieferverträge mit österreichischen Konzernen und deshalb wenig Interesse an kleinen bayrischen Abnehmern. Hier müsse endlich ein politisches Umdenken erfolgen, damit das regional wachsende Energieholz auch in der Region verbleibe. Nur so könne der Staatsbetrieb einen wesentlichen Beitrag zu den Energiepolitischen Vorgaben der Staatsregierung leisten. Im südlichen Landkreis Traunstein sind immerhin etwa 90 Prozent der Waldfläche im Besitz des Bayrischen Staatsforstes.
Wimmer informierte weiter, dass die Besuchergruppen am Biomassehof stetig zunehmen und aus aller Welt anreisen. Diese Informationsarbeit gehöre ebenfalls zu den Aufgaben des Biomassehofs, wie auch die Unterstützung anderer Gemeinden bei energetischen Überlegungen und Projekten.
Der Erfolg des Biomassehofs lasse sich mit Zahlen noch konkretisieren. So wurden die Prognosen mehr als erfüllt. Zu verzeichnen sei eine Umsatzsteigerung von 40 Prozent und damit liegt man um 33 Prozent über der Erwartung. In Summe betrug der Umsatz mehr als 2,6 Millionen Euro im Wirtschaftsjahr 2010. Eine stark wachse Nachfrage nach Energieholz erhöhte auch den Materialeinsatz. Besonders erfreulich sei, dass auch die Spartensegmente wie Scheitholz, Holzbriketts und Pellets in Säcken immer mehr Abnehmer finden.

Laut Wimmer dürfen aber auch die ethischen Unternehmenserfolge nicht außer Acht gelassen werden. So wurde auf dem Biomassehof-Areal mit Wärmeversorgung Grassau und dem im Bau befindlichem Holzvergaser bislang ein Investitionsvolumen von 10,5 Millionen Euro realisiert. Viele Kunden haben ihre Heizung umgestellt oder in Neubauten gleich umweltfreundliche Heizungen in Form von Energieholz installiert. Insgesamt wurden am Standort elf neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem haben auch die Heizungsbauer im Achental aufgerüstet und ihre Umsätze steigern können. Hocherfreulich ist, dass durch das Engagement des Biomassehofes im Jahr 2010 acht Millionen Liter Heizöl eingespart und damit fast 16.000 Tonnen CO² vermieden wurde. Diese Umweltbilanz, so Wimmer, könne sich ebenfalls sehen lassen.

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