Biomassehof Achental
 
 

Biomassehof Achental
GmbH & Co. KG
Eichelreuth 20
83224 Grassau
Tel.: 08641 – 694143-0
Fax: 08641 – 694143-29
info@biomassehof-achental.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 07.00 – 16.00 Uhr
Sa: 09.00 – 12.00 Uhr (von Oktober bis April)

Mach's mit Pellets

Sonnenkreis Traunstein

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Das EU Projekt BioRegions beschäftigt sich mit der Entwicklung von Bioenergie Regionen in ganz Europa. Das Achental wirkt dort als sogenanntes Best Practice Region mit, also als Region von der sich andere etwas abschauen können.

Fernwärme für Grassau auf gutem Weg

Fernwärme für Grassau auf gutem Weg

25.04.2008 09:44

Fernwärme Grassau, 
Infoveranstaltung am 23. April 2008

Bei der Informationsveranstaltung imm Heftersaal zeigten sich viele Grassauer Bürgerinnen und Bürger sehr interessiert an eine zentrale Bio-Wärme-Versorgung anzuschließen.


Fernwärme für Grassau bedeutet Unabhängigkeit vom Ölmarkt
Projekt soll in zwei Phasen umgesetzt werden- Großes Interesse der Bevölkerung

Grassau (tb) – Ein ehrgeiziges Ziel hat sich die Region Achental gesteckt, denn sie möchte bis zum Jahr 2020 ihre gesamte benötigte Energie selbst herstellen. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist nach dem Biomassehof nun eine „Fernwärme für Grassau“, ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Grassau und dem Biomassehof. In einem Biomasseheizkraftwerk in Eichelreut könnte mittels modernster Maschinen Wärme für viele Haushalte in Grassau hergestellt werden. Diese Wärme würde dann in Form von heißem Wasser über lange Leitungen zu den Abnehmern geführt werden. Wie im einzelnen dieser Anschluss möglich ist, welche Vorteile sich ergeben und auch welche Kosten mit dem Anschluss einhergehen, wurde in einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Heftersaal erklärt und diskutiert.

Hausherr, Gemeindeoberhaupt und 2. Vorsitzender des Ökomodell Achental erklärte eingangs, dass das erste Ziel zur Energieunabhängigkeit mit dem seit einem Jahr in Betrieb befindlichen Biomassehof bereits umgesetzt sei. Zudem werde der günstige Bezug von Energie immer mehr zum Standortfaktor für umweltfreundliche Firmen. Im Achental werden jährlich rund 40 Millionen Euro für Energie ausgegeben, erklärte er. Wenn ein Teil dieser Summe in der Region bleibe, trage dies zur positiven Entwicklung bei. Ob nun die Fernwärme komme und rentabel funktioniere, hänge davon ab, ob sich genügend Verbraucher für die alternative Energieversorgung entscheiden. Vor allem große Abnehmer seien wichtig und so hoffe man neben großen Firmen auch das größte Hotel am Platz für die Fernwärme begeistern zu können. Anschließend können zudem alle Privathaushalte, die auf dem Weg des Leistungsnetzes liegen.

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Ökomodell und ebenfalls zuständig für den Biomassehof, informierte, dass eine große zentrale Heinzanlage beim Biomassehof gebaut werden soll und zwei Leitungen installiert werden, die bis zu den Verbraucherhäusern geführt werden. Die mit Biomasse betriebene Heizanlage könnte dann die Verbraucher in Form von heißem Wasser mit Wärmeenergie versorgen. Gedacht sei an zwei Ausbaustufen, wobei zuerst der Bereich vom Biomassehof ausgehend, entlang der Bahnhofstraße, Mietenkamerstraße, durch den Siedlungsbereich hin zum Sporthotel der erste Strang verwirklicht werden soll. Nach ersten Kostenschätzungen wird diese Ausbaustufe rund fünf Millionen Euro kosten, wobei der größte Teil der Investition für das Leitungsnetz eingebracht werden müsse. In einer späteren Ausbauphase sei dann der Anschluss des Ortszentrums vorgesehen.  Die Vorteile für die Gemeinde lägen auf der Hand. So könnte der Schadstoffausstoß bedingt durch den Wegfall vielen Einzelfeuerungen erheblich reduziert werden. Damit werde ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe aus der Region, sprich Energieholz, könne auch die Wertschöpfung erhöht werden. Zudem werde man Importunabhängiger und unabhängig vom stetig steigenden Ölpreis.

Das Projekt im Detail erklärte dann Arnold Fellinger  von der Firma Pewo, die die Fernwärmeanlage planen würde. So komme das heiße Wasser mit 95 Grad beim Kunden an und laufe dann mit rund 50 Grad wieder zurück zum Biomassekessel. Das Leitungsrohr werde ständig technisch überwacht und Beschädigungen sofort an den Betriebshof weitergeleitet. Die Anlage habe eine Lebensdauer von 35 bis 40 Jahren. Zur Versorgung des Hauses werde eine Wärmeübergabestation eingebaut. Die Station ermögliche dem Kunden seinen Wärmebedarf selbst zu regeln und auch eine Nachtabsenkung sei möglich. Der Anschluss ersetze die eigene Kesselanlage und Verluste, die über die Kesselanlage im Haus entstehen, wird es bei dieser Anlage nicht geben. Zum Zeitplan wurde erklärt, dass bis zum November 2008 die Genehmigungen vorliegen werden und dann im April 2009 mit dem Fernleitungsbau begonnen werden könne. Eine Versorgung mit Wärme sei dann ab Herbst 2009 möglich. Sollte sich jemand für einen Anschluss entscheiden, dessen bisherige Anlage vor Inbetriebnahme der Fernwärme kaputt gehe, werde ein Provisorium zur Verfügung gestellt. Somit sei garantiert, dass in dieser Phase der Planung und des Baus auf den Abnehmer keine Kosten für einen neuen Kessel oder teure Reparatur zukomme. Zu den Kosten informierte die Planungsfirma, dass das Übergabegerät rund 1500 Euro kosten werde, wobei es hier ein Rabattmodell gebe. Wer sich für den Anschluss entscheidet und noch eine neue Kesselanlage besitze erhalte je nach Alter seiner bisherigen Anlage einen Rabatt. Wenn die Kesselanlage bereits 15 Jahre alt ist, dann gebe es immer noch 15 Prozent Rabatt. Zudem zahle der Kunde nur die Energie, die er auch verbrauche. Abgelesen werde einmal jährlich, wobei Abschlagszahlungen, ähnlich wie beim Strom erhoben werden. Durch die gute Regelung könne auch Energie gespart werden. Zudem fallen dem Haus- und Wohnungsbesitzer keine Wartungskosten oder Reparaturkosten an. Auch Kaminsanierungen und Kaminreinigungen werden nicht mehr fällig. Für genaue Berechnungen stehe der Biomassehof bereit. Hier werde dann die Kosten genau eruiert und dem Kunden ein Angebot unterbreitet.

In der Diskussion fragte Thomas Grabmüller, ob auch Hauseigentümer in Viehhausen anschließen können und ob lange Versorgungsleitungen einen Wärmeverlust hätten. Gleichwohl interessierte ihn, ob eine derartige Fernwärmeanlage im Ortszentrum nicht sinnvoller wäre. Fellinger  entgegnete, dass ein Anschluss des Ortszentrums in der zweiten Ausbauphase vorgesehen sei. Wärmeverluste über das Leitungsnetz gebe es kaum. Auch der Standort sei sorgfällig gewählt. Hier am Biomassehof habe man das nötige Energieholz und viel Platz für die Holzlieferung. Auf die Frage, ob auch Energie aus privaten Haushalten eingespeist werden könne, meinte der Experte, dass dies möglich sei und von Fall zu Fall auch geprüft werde. Ob ein Haus nunmehr mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung versorgt werde, sei für die Fernwärme unerheblich. Claus-Dieter Hotz erkundigte sich, ob der Holzanfall im Achental ausreiche, um die Anlage effizient zu betreiben. Zudem fragte er den Vertreter der Fernheizung Reit im Winkl, der ebenfalls anwesend war, wie sich die Anlage rechne. Andreas Heigenhauser, Geschäftsführer des Heizkraftwerks Reit im Winkl erklärte, dass in Reit im Winkl mit diesem Projekt bereits 1997 begonnen wurde. Mittlerweile habe sich der Ölpreis verfünffacht. Die 330 Kunden, die Fernwärme beziehen seien zufrieden und vom Betrieb gebe es nur positives zu berichten. War früher die Fernwärme noch etwas teurer als Ölbefeuerte Anlagen, so habe sich das Niveau durch den hohen Ölpreis angeblichen und mittlerweile sei die Fernwärme sogar günstiger. Holz gebe es genügend, fügte Wimmer hinzu. Dennoch sei es möglich die Anlage auch mit anderer Biomasse, wie Pellets bei einer Knappheit zu befeuern.  Auch weiterhin können Kachelöfen und Solaranlagen betrieben werden, dies sei völlig unabhängig von der Fernwärme, erklärte der Fellinger.

Unverbindliche Angebote und Beratungen sind beim Biomassehof zu bekommen. Es werde dann der Heizbedarf ermittelt und ein Angebot unterbreitet. In einem Vorvertrag kann der Kunde sich dann für den Anschluss bewerben.

Bericht: Tamara Eder, Grassau

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