"Bioenergieregion mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut"
22.03.2009 09:54
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner prämiert das innovative Achentaler-Bioenergiekonzept.
„Bioenergieregion mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut“
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gratulierte am 19.3.2009
bei einer Festveranstaltung in Berlin den Achentaler Vertretern zum Gewinn des Bundeswettbewerbs „Bioenergie-Regionen“. Das Achental ist einer von 25 Bundessiegern und hatte sich in einem anspruchsvollen Wettbewerb gegen mehr als 200 Mitbewerber durchgesetzt. Bis zu 400.000 Euro Fördermittel können nun in die Bioenergie-Modellregion fließen. (Foto, v.l.: Fritz Irlacher, 1. Vorsitzender des Ökomodell Achental; Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer Ökomodell und Biomassehof; Ilse Aigner MdB, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Martin Nieß, Vertriebsleiter Biomassehof Achental)
Ministerin Aigner lobte in ihrer Rede das vorbildliche Engagement der Preisträger, die ihre Aufgabe mit „Leidenschaft und Herzblut“ verfolgten. Der staatliche Rahmen sei wichtig, ohne die Aktiven vor Ort sei es jedoch nicht möglich, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Die Verwendung von Bioenergie diene der Umwelt und stärke den ländlichen Raum. Bioenergie weiter auszubauen bedeute, der Verantwortung für weitere Generation gerecht zu werden. Sie forderte die Regionen ausdrücklich auf, neue Wege zu gehen, ihre Konzepte umzusetzen und somit Vorbildregionen zu werden.
Auch CSU-Landesgruppenchef und heimischer Abgeordneter Dr. Peter Ramsauer (rechts) gratulierte den Achentalern und sprach ihnen seine Unterstützung bei der Umsetzung der Bioenergie-Region aus. „Die Ökomodell-Mitgliedsgemeinden“ Bergen, Grabenstätt, Übersee, Grassau, Staudach-Egerndach, Unterwössen und Schleching haben mit ihrer Bewerbung jetzt den Grundstein für eine weitere Nachhaltige Entwicklung im Achental gelegt“, so Peter Ramsauer, der sich bei einem Gespräch in seinem Büro eingehend über das Konzept informierte.
Biomassehof Achental Geschäftsführer Wolfgang Wimmer berichtete, dass ab Mai/Juni 2009 im Achental die Detailplanung für zahlreiche Maßnahmen beginnen, die in einem Regionalen Entwicklungskonzept beschrieben sind. Dieses Konzept war Grundlage der Bewerbung. Es zeigt auf, dass Bioenergie nicht nur bedeutend zum Klimaschutz beiträgt, sondern auch der Wirtschaft große Impulse verleihen kann. Die vorgeschlagenen Projekte können den regionalen Kohlendioxidausstoß vermindern und den Anteil der regional erzeugten Bioenergie am Endenergieverbrauch der Privathaushalte von aktuell 15% erhöhen. Dadurch werden Arbeitsplätze gesichert bzw. neu geschaffen. Mit der energetischen Verwertung des Bioenergiepotenzials kann eine Wertschöpfung von ca. 50 Millionen Euro jährlich in der Region erzielt werden. Die Installation von Biomasseheizungen und eine gleichzeitige Gebäudesanierung können die Wertschöpfung nochmals um ein Vielfaches erhöhen. Neben dem bereits errichteten Biomassehof steht der Aufbau einer Fernwärmeversorgung für Grassau kurz vor der Realisierung, so Wimmer abschließend.
Die Bioenergieregionen sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Von den ursprünglich über 40 bayerischen Bewerbern schafften neben dem Achental nur drei weitere Regionen den Sprung in das Förderprogramm, was die Bedeutung des Wettbewerbssieges noch unterstreicht. Dies sind die Bioenergie-Regionen Bayreuth, Straubing-Bogen und das Oberland. Die Erfahrungen der Bioenergieregionen werden in einem bundesweiten Forschungsvorhaben wissenschaftlich ausgewertet. Die beste Projektumsetzung wird nach Ablauf der Förderperiode, Ende des Jahres 2012 prämiert.
Das Achentaler Entwicklungskonzept war schon während der Vorauswahl positiv aufgefallen, weil es fachlich ausgereift war und mit der Verknüpfung der Themen Bioenergie und Tourismus eine ungewöhnliche Richtung einschlug. Der Brückenschlag zwischen Bioenergieprojekten und dem Themenkreis Tourismus soll für die Öffentlichkeit zugänglicher werden.







